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Beim Stereomikroskop geht es um ein besonderes Lichtmikroskop, bei welchem für die Augen ein separater Strahlengangbereitgestellt wird. Daher sehen beide Augen aus einem etwas verschiedenartigen Winkel, sodass ein Stereo-Effekt eintritt, demnach ein räumlicher Bildeindruck. Üblicherweise arbeiten Stereomikroskope mit Vergrößerungen unter 100:1. Denn wegen der bei hohen Ausdehnungen schnell abnehmenden Schärfentiefe ist lediglich bei den ähnlich geringen Vergrößerungen ein entsprechend räumliches Bild sinnvoll.

Abgrenzungen

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Das Stereomikroskop wird im Fachjargon häufig fälschlicherweise Binokular genannt, in manchen Fällen ebenso Stereolupe. Im Vergleich zu einer Lupe enthält diese Art von Mikroskop allerdings eine zweistufige Vergrößerung aufgrund von Okular und Objektiv. Man sollte das Stereomikroskop nicht verwechseln mit einem binokularen Mikroskop, also dem gewöhnlichen Lichtmikroskop, das zwei Okulareinblicke enthält. Hier macht man ein einziges Bild vom Präparat mithilfe eines Strahlenleitersvor dem Okular zu der bequemeren Beobachtung für die Augen verfügbar. Damit werden weitere Bildinformationenkeineswegs erreicht, sondern nur ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich gemacht.

Einsatzgebiete

In zahlreichen Bereichen von Lehre, Technik und Forschung wendet man das Stereomikroskop an, jedoch bei ebenso verschiedenen Freizeitbeschäftigungen: In der Zahntechnik, Medizin und Biologie findet es viel Verwendung. So nutzt man es für präparative Arbeiten. Es kommt beispielsweise ebenfalls an Ultramikrotomen zum Einsatz. Der Nobelpreis in der Biologie für entwicklungsphysiologisches Arbeiten von Hans Spemann hat erst das Stereomikroskop ermöglicht. Medizinisch wird dieses Gerät bei der Gynäkologie in der leicht abgewandelten Form als Kolposkop und bei der Augenheilkunde als Spaltlampenmikroskop verwendet. Die klassischen Operationsmikroskope in der Chirurgie sind ein bisschen stärker aufgrund einer oft vorhandenen Zweitbeobachtereinrichtung und einer größeren, freien Arbeitsentfernung auf Kosten des künftig schwächer ausgeprägten Stereoeffekts entsprechend abgewandelt.

Einsatzbereiche sind ebenso Mineralogie, Paläontologie, Geologie sowie Materialuntersuchungen und Fertigung unterschiedlichster Art. Aufgrund des großen, überschaubaren Objektfeldes wird in der Geologie gerne ein Stereomikroskop statt des herkömmlichen Mikroskops zu der Untersuchung von großräumigen Gesteinsdünnschliffen eingesetzt. Für Qualitätskontrolle und Fertigung der elektronischen sowie feinmechanischen Industrie wird diese Mikroskopart genutzt, wo sie ebenso an Maschinen angebracht wird, um Fertigungsvorgänge zu überwachen. Sie ist ebenfalls wichtig für die Spurensicherung in der Kriminalistik sowie für Restaurationsarbeiten in Kunst und Archäologie.

Technik

Im Vergleich zum binokularen Mikroskop gibt es beim Stereomikroskop zwei getrennte Strahlengänge, durch welche das entsprechende Objekt aus verschiedenen Richtungen um 11 bis 16 Grad betrachtet wird. Dadurch erhält man einen räumlichen Eindruck. Dieser Stereowinkel kommt dem Konvergenzwinkel der beiden Augen bei Nahakkommodation gleich. Manches Mal ist in dem Tubusstrahlengang eine Doppelirisblende angeschaltet oder bei fernrohrartigen Geräten mit einem eigenen Zwischentubus noch in den Unendlichstrahlengang einsetzbar. Sie dient zur Erhöhung der Tiefenschärfe, vor allem bei der Mikrofotografie. Jedoch geht das Abblenden auf Kosten des Auflösungsvermögens. Wenn die Fotos allerdings durch ein Bildverarbeitungsprogramm gestackt werden, ist die Doppelirisblende nutzlos.

Weitere Angaben: https://www.winlab.de/mikroskopie/stereomikroskope/